chamber music – electronics

PHACE | LIGHTNESS

PHACE Series 2024/25 – N°3
11.Mar.2025 // 19:30
Wiener Konzerthaus, Berio-Saal

 

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Reinhold Brunner, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Mathilde Hoursiangou, piano
Ivana Pristasova Zaugg, violin
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass
and many more …

SOUND DESIGN
Alfred Reiter

Programm

Juliana Hodkinson
Lightness Klang und Lichttheater für drei Musiker*innen, 2015 (14‘)

Huihui Cheng
Sonic leak für Saxophon, E-Gitarre, Klavier und Percussion, 2020 (17’) (ÖEA)

Oliver Weber
INSCHRIFT II Neufassung für Posaune, Cello, Keyboard und Elektronik, 2024 (20‘) (UA)

Franck Bedrossian
We met as Sparks für Bassflöte, Kontrabassklarinette, Viola und Cello, 2015 (12’)

Alexander Schubert
Superimpose I + II für Klavier, Kontrabass, Saxophon, Percussion und Elektronik, 2009 (13’) (ÖEA)

Fzsch… Ein Flackern erhellt Gesichter und Hände, nur kurz, das Licht verlöscht augenblicklich. Das Nachbild auf der Netzhaut, das mentale Echo des Knisterns hat keine Zeit sich zu verfestigen, wird vom Rhythmus der Bewegungen mitgenommen, wird vom nächsten Streichholz in ein neues Licht getaucht. Juliana Hodkinsons Lightness ist Theater für Ohr und Auge, eine Feuerwerksmusik der leisen Art und ein tiefgehend hypnotisches wie archaisches Erlebnis.
Superimpose I + II von Alexander Schubert ist dagegen nicht geneigt Trancezustände aufkommen zu lassen. Hastig und hyperaktiv zappen die beiden Stücke durch Stile und Stereotypen, ein Abbild einer beschleunigten Gesellschaft und ihrer Medien. Es ist eine Gegenüberstellung und Überlagerung von akustischen Instrumenten und artifiziellen, synthetischen Nachbildungen selbiger, copy and paste Jazz zwischen improvisierter und notierter Musik.
Sonic leak von Huihui Cheng setzt dem enthusiastischen Geschehen einen Dämpfer auf. Sich entwickelnde Töne, Phrasen und Rhythmen werden abgestoppt, zurückgehalten, verhüllt, müssen oft abrupt verstummen. Die Spieltechnik des Dämpfens ist der zentrale Antriebsmotor und Bremse der Komposition. In den zerrütteten Abläufen entsteht eine spannende Eigendynamik und Dramatik.
Die Transformation von einigen Versen des eisernen Zeitalters aus Ovids Metamorphosen in strukturelle Mikroereignisse dient als Ausgangspunkt für Oliver Webers Inschrift II. Die molekularen Klangstrukturen finden sich zu Aggregaten zusammen, brechen wieder auseinander und wechseln ständig ihre Zustandsform. Sie bilden einen eigenständigen Klangkörper, der alle Ebenen durchdringt und sich in die Eingeweide des Stücks einschreibt.
We met as Sparks von Franck Bedrossian schließt den feurigen Kreis und lebt von einem ungleichen Kräfteverhältnis und der Gegenüberstellung von starken Kontrasten. Im ständigen Austausch zwischen Bass- und Diskantregister entstehen ungeahnte Spannungen und Divergenzen, Echos die wie glitzernde Funken durch die Dunkelheit stieben.

Abonnements & Ticketpreise

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Einheitspreis
Mitglieder 87,50 Euro
Normal 106,- Euro

Rollstuhlplatz + Begleitperson
Mitglieder 92,60 Euro
Normal 101,- Euro

Jugendmitglieder der WKHG
Normal 60,- Euro

Preise Einzeltickets ab Herbst 2024 verfügbar!

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Musikforum Viktring

11.Jul.2024 // 19:30
Musikforum Viktring-Klagenfurt 2024
Stift Viktring, Arkadenhof

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Mathilde Hoursiangou, piano
Samuel Toro Pérez, e-guitar
Roland Schueler, cello

Duo So:und
Julia Schneckenleitner, saxophone
Katharina Wegscheider, voice

Duo Lufttore
Yingshuo Ma, saxophone
Piotr Motyka, akkordeon

Musikforum Masterclass Saxofon
class of Prof. Michael Krenn

Duo Krenn/Lavuri
Michael Krenn, saxofone
Luca Lavuri, piano

Rupert Struber, percussion

 

PROGRAMM

Mikel Urquiza
Opus Latericium für Flöte, Saxofon, Klarinette und Klavier, 2018

Mirela Ivičević
Lil für E-Gitarre, Saxophon, Cello und Elektronik, 2022

Jagoda Szmytka
F* for Music
für E-Gitarre und verstärktes Cello, 2012

Mit  drei spanndenen Werken ist PHACE zu Gast beim Eröffnungskonzert des Musikforum 2024 in Klagenfurt. Und auch abseits davon gibt es viel zu hören an diesem Abend im Arkadenhof des Stift Viktring.

I. Prelude „Next Generation“ – Generationenübergreifend nimmt am 11. Juli 2024 das Musikforum Viktring-Klagenfurt ganz im Sinne des verbindenden Gedankens –Ich du wir uns euch- seinen Auftakt mit dem Prelude „Next Generation“. Es entführen das junge Duo So:und und das Duo Lufttore mit Experimentellem von Thomas Kessler und Melodiösem von Lori Laitmann in ganz neue, farbenreiche Klangwelten. Charakteristisch konträres zeitgenössisches Repertoire erprobt die große Palette des „Machbaren“ in den selten zu erlebenden Besetzungen. 

II. Interludium –StudentInnen und Studenten der Musikforum Masterclass Saxofon unter Leitung von Prof. Michael Krenn nutzen die einzigartigen architektonischen Möglichkeiten des Veranstaltungsortes Stift Viktring um mit einem kollektiven Oberton-Klangbad, in Form von James Tenney’s Saxony aufzuwarten und die Spannung hin zum Hauptprogrammpunkt des Abends aufzubauen.

III. Hauptteil – Den Höhepunkt der Eröffnung 2024 gestalten Mitglieder des Ensemble PHACE– Leidenschaft, Feuer und unbändige Lust – Musik am Puls der Zeit, das Duo Krenn/ Lavuri und Ausnahmeschlagwerker Rupert Struber, als gemeinschaftliches Feuerwerk ohne Grenzen, sowohl in Hinblick auf Genre, als auch auf Instrument und Repertoire.

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Banner Image: Klagenfurt Viktring Stift Arkadenhof West-Ansicht, cropped
(c) Johann Jaritz CC BY-SA 4.0

Tratado de lo inasible

Ungreifbares als Metamodell

25.Apr.2024 // 20:00
Wien, Suena Festival, Studio Moliere

PHACE
Elena Gabbrielli, flute
Reinhold Brunner, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Mathilde Hoursiangou, piano
Maria Mogas Gensana, accordion
Victor Lowrie Tafoya, viola
Roland Schueler, cello
Alexandra Dienz, double bass

Programm

Michelle Agnes Magalhães 
Mobile für präpariertes Klavier, 2013 (8’)

Pedro Berardinelli
urbe – em si fechada für Saxophon, Akkordeon, Viola, Kontrabass, 2021 (10’)

Erika Vega
Refractions für Flöte, Cello und Klavier,  2014 (11’)

Arturo Fuentes
Zeitlos für Bassklarinette, Viola und Klavier, 2014 (11’)

Alberto Posadas
Tratado de lo inasible für Kontrabassklarinette, Saxophon, Akkordeon, Cello und Kontrabass, 2013 (19’)

Das Herzstück des Programms, Tratado de lo inasible von Alberto Posadas, zeichnet sich durch die Wahl einer speziellen Klangnatur als kompositorischen Ausgangspunkt aus. Im Mittelpunkt steht ein nicht greifbarer und instabiler Klang, der ständig der Gewissheit zu entkommen sucht. Das primitive, kaum widerstandsfähige Klangelement, das lediglich unter ganz besonderen Bedingungen existieren kann, verträgt nur sehr langsame Veränderungen. Es spielen fünf Instrumente, die oft das Düstere und Ungreifbare des tiefen Klangspektrums ausloten. In ähnlicher Weise erforscht auch Pedro Berardinelli in seinem Werk urbe – em si fechada tiefe Frequenzen, die oft durch Überlagerung mit anderen Klangmaterialien, wie den fortlaufenden Motiven der Streicher, konfrontiert werden. Anders als zuvor bedient sich Erika Vega für ihr Stück Refractions der in der Klassik häufig anzutreffenden Besetzung „Flöte, Cello und Klavier“, die etwa etliche Trios von J. Haydn prägte. Im Gegensatz zu ihm setzt sich die in Mexiko geborene Komponistin intensiv mit den spieltechnischen Möglichkeiten der Instrumente auseinander, mit deren Hilfe sie den Klang in ungreifbare Ferne rückt. Dazu trägt auch die Verwendung des präparierten Klaviers bei, das wiederum dem Werk von Michelle Agnes zugrunde liegt. Das von ihr eingesetzte Material erweckt den Eindruck, als sei es mit elektronischen Mitteln erzeugt worden. Mobile beschwört eine Metallskulptur herauf, die beim Drehen und Bewegen unfassbare Klänge hervorbringt. Neben dem Klang stellt auch die Zeit ein ungreifbares Element dar, welches Arturo Fuentes in seinem Werk Zeitlos thematisiert und zu einer verschwommenen Wahrnehmung der Zeit beiträgt.

Metamodelle in Musik
Die dritte Ausgabe des Suena-Festivals für zeitgenössische iberoamerikanische Musik stellt einen sehr renommierten Komponisten in den Mittelpunkt seines thematischen Schwerpunkts. Es handelt sich um den Komponisten Alberto Posadas. Im Laufe der Jahre hat der kastilische Komponist einen besonderen kompositorischen Stil entwickelt, der von anderen Komponist*innen, Interpret*innen und Publikum immer wieder bewundert wird. Besonders hervorzuheben ist seine Auseinandersetzung mit Metamodellen. Der Begriff Metamodell bezieht sich auf ein übergeordnetes Modell, das Aspekte von untergeordneten Modellen und deren Formgebung beschreibt. Ein bekanntes Beispiel für seinen Ansatz, mit Metamodellen zu komponieren, ist sein Zyklus für Streichquartett Liturgia Fractal, in dem er fraktale Modelle aufgreift. Konkret geht es um baumartige Prozesse, die in der Natur häufig vorkommen. Jedes „Segment“ des Organismus hängt von der Situation und der Größe des vorangegangenen Segments ab. Im Allgemeinen lässt sich beobachten, dass Posadas beim Komponieren häufig außermusikalische Modelle verwendet, wobei in seinen Werken immer wieder Metamodelle aus Mathematik, Physik, Natur und Kunst zum Einsatz kommen.
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sounds.archeologies

Nov. 24, 2023 – 19:30
Wien Modern 2023
reaktor, Geblergasse 40, 1170 Wien
Tickets: Wien Modern

ARTISTS

Cordula Bürgi  conductor

Cantando Admont  vocal ensemble

PHACE
Reinhold Brunner  basset horn
Mathilde Hoursiangou  piano
Barbara Riccabona  violoncello

Produktion Reaktor
Koproduktion Wien Modern

Programm

Isabel Mundry Sounds, Archeologies (2017–2018) – 25′

Isabel Mundry Moro (1997–1998 EA) – 2′
Rebecca Saunders Soliloquy (2007) – 18′
Orlando di Lasso Lagrime di San Pietro »Bußtränen des Hl. Petrus«, Teil 1 (1585)) – 47′
Gerald Resch OS MO SE für sechs Stimmen nach einem Text von Ferdinand Schmatz (2023 UA)

Für seinen Abend mit Werken von der Renaissance bis zu Isabel Mundry, Rebecca Saunders und einer Uraufführung von Gerald Resch holt sich das Vokalensemble Cantando Admont erstmals Verstärkung von PHACE in den Reaktor.

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The Spider as an Artist

23. Oct. 2023 // 19:30
Großer Ehrbar Saal
Palais Ehrbar, Mühlgasse 28, 1040 Wien

 

Eintritt: frei

PHACE
Mathilde Hoursiangou, piano
Berndt Thurner, percussion
Maria Chlebus, percussion
Roland Schueler, cello
Alexandra Dienz, double bass
Samuel Toro-Pérez, e-guitar

 

Die Spinne ist ein ästhetisch veranlagtes Wesen. Aus feinsten Fäden und in überaus aufwändiger, sorgfältiger Kleinarbeit konstruiert sie ihre Netze passgenau in jeden Winkel. Als Solokünstlerin geht sie dabei aber auch manchmal eigenwillige Wege, weicht vom vorgegebenen Muster ab, zieht hier eine Ecke länger oder lässt dort einen Faden aus. Doch das Resultat spricht für sich: Ein wenngleich nicht rundes, so doch aus allen Perspektiven reizvolles Gespinst.

Eben jene ergänzenden Gegensätze aus vorgegebener Struktur und bereichernden Abweichungen vereinen sich im Konzertabend The Spider as an Artist (wohlgemerkt: nicht umgekehrt). In fünf Solostücken weben die MusikerInnen Netze um sie gleich wieder zu zerreißen, testen die klangliche Zugfestigkeit ihres Instruments, reizen die Möglichkeiten bis in den letzten Winkel aus. Im titelgebenden Werk des Abends schreibt Franck Bedrossian ein unsichtbares Gedicht von Emily Dickinson, durchsichtig wie ein Spinnennetz, mit dem Bogen auf dem Korpus des Cellos, während sich Sarah Nemtsov für Seven Thoughts – Her Kind bei einem Gedicht von Anne Sexton inspirieren lässt.  Mit Series C würdigt Pierre Jodlowski die prägenden Präparationstechniken in den Pianostücken von John Cage, wobei die zarten Referenzen an den Vorreiter in der Dichte der elektronischen Zuspielung fast zu verschwinden drohen. Bei Bass Surface von Christof Dienz greifen zwei Spieler in die Soloperformance des Kontrabasses ein und bereichern die Darbietung mit perkussiven Elementen, während in Alexander Kaisers Stück die Finger des Gitarristen durchaus spinnenartig über das Griffbrett und durch zerrüttete outer-space Klanglandschaften huschen.

 

The Spider as an Artist
Has never been employed —
Though his surpassing Merit
Is freely certified

By every Broom and Bridget
Throughout a Christian Land —
Neglected Son of Genius
I take thee by the Hand —

Emily Dickinson (1275)

 

PROGRAMM

Franck Bedrossian
The Spider as an Artist für verstärktes Cello solo.

Christof Dienz
Bass surface für Kontrabass solo mit 2 Spielern, 2014.

Pierre Jodlowski
Serie C für Klavier und Zuspielung, 2011.

Alexander Kaiser
WhIch is NoT für E-Gitarre solo und Elektronik 2022/23.

Sarah Nemtsov
Seven Thoughts – Her Kind für Keyboard solo mit Stimme, 2018

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Focus on Sarah Nemtsov

31. Mai. 2024 // 20.00
Graz, Kunstuniversität Graz,
MUMUTH Probebraum

PHACE
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Mathilde Hoursiangou, piano/keyboard
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, electric bass
Igor Gross, percussion

SOUND DESIGN
Alfred Reiter

eine Produktion von open music in Kooperation mit der KUG. Zentrum für Genderforschung und Diversität (ZfGD)und PHACE 

Die Musik von Sarah Nemtsov passt nicht in eine oder auch in alle Schubladen. Weit ausragende, fein verästelte Klangstrukturen, gespickt mit unzähligen Zeichen, Metaphern, Phrasen, Symbolen und Einflüssen aus allen nur erdenklichen Richtungen und Musiken lassen sich darin finden und doch sind auch tiefe Wurzeln in der Tonalität der europäischen Musiktradition nicht zu überhören. Ohne Scheu vor Brüchen und tiefgehenden Eingriffen in die Klanglichkeit bedient sich Nemtsov gerne bei elektronischen Mitteln der Verfremdung und Künstlichkeit, schafft es dabei aber auch, der Musik eine kaum nachahmbare, organische Lebendigkeit einzuhauchen. Etwa wenn bei Bugs die Finger auf der Trommel gleichsam im Duett mit einem Roboterkäfer tanzen.

Und vor noch etwas zeigt die Komponistin keine Scheu: den großen, den schwierigen und den unangenehmen Themen. Sei es der Umgang mit Ableben, Verlust und Erinnerung in Seven Colours oder der Blick auf die Gegensätze der Lebensrealität von Arm und Reich, zwischen erster und dritter Welt in Mountain & Maiden, wo das Piano, fast wie ein Stummfilmpianist des 21. Jahrhunderts, über wunderschöne Bilder von riesigen Müllbergen im Film von Shmuel Hoffman und Anton von Heiseler spielt. Nemtsov blendet in ihrer Musik nichts aus, beschönigt nicht, sie verwendet Töne und Klänge vielmehr dazu, den Blick auf den Kern zu fokussieren. Grund genug für einen genaueren Blick auf das herausragende Schaffen einer der spannendsten Komponistinnen unserer Zeit und einen Focus on Sarah Nemtsov.

 

PROGRAMM 

Sechs Zeichen für Cello und (präpariertes) Klavier, 2010. 8′

Seven Colours für verstärktes Cello, E-Bass, präpariertes Klavier und Sampler, Drum Set und Elektronik, 2018 D: 15‘

Bugs – Studie für Snare, Miniroboter, Hände und Verstärkung, sowie Live-Video ad libitum, 2021. 5′

Kadosh  für (verstärkte) Violine solo (mit Effektpedalen), 2021 14′

Mountain & Maiden
ein Film von Shmuel Hoffman & Anton von Heiseler
mit einer Komposition von Sarah Nemtsov für Keyboard solo (mit verstärktem Klavier und Stimme), 2019 d: 24′

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Im Bett des Imaginariums

26.Mar.2024 // 20:00
Osterfestival Tirol
Hall i.Tt, Salzlager

 

26.Jun.2023, REAKTOR, Wien

büro lunaire
Gina Mattiello, text, voice
Reinhold Schinwald, sound design, live electronics
Florian Kindlinger, Sound

PHACE
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello

Eine Produktion von büro lunaire in Kooperation mit PHACE und Osterfestival Tirol .

Die Fantasie entreißt dem Verstand die Beute des Vergessens.

 

Der dem Live Hörspiel zugrundeliegende Text, erschienen 2021 im Wiener Passagen-Verlag, ist der Versuch einer poetischen Intensivierung in Form von Fußnoten. Die Autorin bewegt sich im Raum um ein Kunstkopfmikrofon, während sie den Text spricht. Die Aufnahmen werden dem Publikum live über Funkkopfhörer zugespielt. Dies ermöglicht nicht nur die Texte aus der Perspektive der Sprecherin wahrzunehmen, sondern außerdem in ein Spiel von Nähe und Distanz, Innen- und Außenwahrnehmung, sowie realen und künstlichen Räumen einzutauchen. Landschaftsreste tauchen auf, Erinnerungspartikel, Tag- oder Nachtträume: Fragmente, die in verschiedene Richtungen wegrauschen. Die Sprache oszilliert zwischen dem, was die Autorin beobachtend erfasst, sowie objets trouvés aus bildender Kunst, Literatur und Philosophie. Gleichzeitig spielt das Imaginarium mit dem Bild des begehrenden Subjekts. Unerschrocken zeichnet es Empfindungen auf, liefert sich aus, nimmt immer wieder ironisch und unerbittlich die Schamhaftigkeit in den erweiterten Blick. Die in den Textkorpus eingewobenen Kompositionen für Streichinstrumente und Live-Elektronik lassen die literarischen Bruchstücke ins Imaginäre wachsen.

 

Programm

Christoph Herndler
Abschreiben (2005) Streichtrio

Clara Iannotta
dead wasps in the jam jar (2014-2015) Violine

Reinhold Schinwald
empreintes III (UA, 2023) Streichtrio und Live-Elektronik

Franck Bedrossian
The Spider as an Artist (2014) Violoncello und Verstärkung

Klaus Lang
die ränder der welt (2005) Violine

Enno Poppe
Fingernagel (2009)
Violine und Viola

Rebecca Saunders
hauch (2018) Violine

Gérman Toro Pérez
Rulfo / ecos II (2006) Streichtrio und Live-Elektronik

Di, 26. März 20:00 Uhr
Hall, Salzlager

Information & Tickets

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PHACE | ANIMAL SMILEYS

7.May.2024 // 19:30
Wiener Konzerthaus, Berio-Saal

PHACE Series 23/24 – N°3

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Reinhold Brunner, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Mathilde Hoursiangou, piano
Berndt Thurner, percussion
Ivana Pristasova Zaugg, violin
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Maximilian Ölz, double bass
Alexandra Dienz, double bass
and many more …

SOUND DESIGN
Alfred Reiter

Mit Unterstützung durch

PROGRAMM

Sarah Nemtsov
Sechs Zeichen für Cello und (präpariertes) Klavier, 2010

Mikel Urquiza
Opus Latericium für Flöte, Saxofon, Klarinette und Klavier, 2018

Katharina Rosenberger
wälzen, schieben, frachten für Streichtrio und Turntables (UA), 2023/24
Auftragswerk von PHACE, mit Unterstützung der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia

Victor Ibarra
B-side for saxophone, percussion and piano (UA), 2023/24
Auftragswerk von PHACE, finanziert durch Sistema Nacional de Creadores de Arte (FONCA) Mexico

Jorge Sanchez-Chiong
Animal Smileys für Streichtrio, elektrische Orgel, mid-O Equipment & psychedelische Elektronik, 2022/24
UA der neuen Version

 

Opus latericium ist von einer römischen Lehmziegelbauweise der Kaiserzeit inspiriert. Dreieckige Ziegel, zu einer gepunkteten, polierten, harten und feuerfesten Oberfläche vereint: von der Außenseite durchbricht die repetitive Musik von Mikel Urquiza zerstörerisch hämmernd im Zeitraffer die harte Schale, legt die Ruine frei. Was von der Mauer stehen bleibt zeigt nur noch wenig Ähnlichkeit zum Anfang. Brüchig und verwittert, ein verstreuter Rest. Auch Sechs Zeichen von Sarah Nemtsov ist auf einem trügerischen Fundament der Instabilität aufgebaut. Was statisch wirkt, beginnt sich zu verselbständigen und die Gestalt zu wechseln. Fragile Sehnsuchtstöne, eingehüllt in einen mysteriösen Klangschleier, treten in ein Wechselspiel mit dem insistierenden Pochen scharfkantiger Klänge, schaukeln sich auf zu Gegenpolen, die sich schlussendlich gegenseitig aufheben. Jorge Sanchez-Chiong geht in Animal Smileys mit ganz anderen Werkzeugen zu werke um zu einer nicht weniger intensiven Musik zu gelangen. Fremde Streicherklänge, durchs Versuchslabor der elektronischen Effekte geschleift, deformiert, denaturiert, saturiert. Ein sattes Klangerlebnis, das die Ohren auf dem experimentellen Trancefloor kreisen lässt. Victor Ibarras Kompositionen zeichnen sich meist durch einen sehr präzisen Umgang mit Harmonien und Tonstrukturen und Augenmerk auf rhythmische Akzente aus. Im Gegensatz dazu hinterfragen Katharina Rosenbergers Werke die musikalischen Produktions- und Rezeptionsgewohnheiten von mehreren Seiten. Sie beide werden wohl sehr unterschiedliche neue Werke für das Konzert beisteuern.

Abonnements & Ticketpreise

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Einheitspreis
Mitglieder 61,10 Euro
Normal 74,- Euro

Rollstuhlplatz + Begleitperson
Mitglieder 64,20 Euro
Normal 70 Euro

Jugendmitglieder der WKHG
Normal 36,- Euro

Preise Einzeltickets ab Herbst 2022 verfügbar!

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ins Innere

31.Mrz.2023 / 20:00
Osterfestival Tirol,
Hall i.T.,  Salzlager

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Walter Seebacher, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Mathilde Hoursiangou, piano
Berndt Thurner, percussion
Ivana Pristašová Zaugg, violin
Petra Ackermann, viola
Stefanie Prenn, cello
Maximilian Ölz, e-bass
Alexandra Dienz, double bass
Samuel Toro Pérez, e-guitar

SOUND DESIGN
Christina Bauer

Die Aufführung von blur (2019) wurde mit Unterstützung der Pro Helvetia,  Schweizer Kulturstiftung ermöglicht

Beim diesjährigen Osterfestival Tirol spielt PHACE mit den unterschiedlichsten Formen des künstlerischen Ausdrucks, lässt sie nahtlos ineinander übergehen. In der räumlichen Weite des Salzlagers, konzentrieren sich Klang, Bild, Ton, Hall und Reflexion, verdichten sich, führen ins Innere. Beginnend bei Seven Colours von Sarah Nemtsov, die als Hommage an ihre verstorbene Mutter – die Malerin Elisabeth Naomi Reuter–Farben über Klänge und Hörwahrnehmung erfahrbar macht. Diese akustischen Bilder gehen in Lorenzo Troianis La voce delle conchiglie über. Troiani lässt das Innere der Muscheln nach außen strahlen. Raquel García-Tomás löst mit ihrem frischen Zugang zu Bild und Ton in Estudio Sonomecánico no. 1 – Tiempo Suspendido ab und stellt die Starrheit mechanischer Zeit in Frage. Dem gegenüber steht Ondrej Adameks Chamber Nôise, eine Verbeugung vor dem japanischen Nô-Theater. Katharina Rosenbergers blur verlässt die klaren Formen, arbeitet mit verwischten Konturen, lässt Kanten und Umrisse verschwimmen. Einen Kontrapunkt bildet Clara Iannottas Vertonung von Peter Tscherkassys Outer Space: nicht nur die Musik, sondern auch die Live-MusikerInnen werden Teil des Films. End- und Ruhepunkt ist Sarah Nemtsovs Schwelle. Nemtsov bearbeitet und fragmentiert den Bach-Choral Komm o Tod, du Schlafes Bruder und schließt damit den Kreis.

Programm

Sarah Nemtsov
Seven Colours für verstärktes Cello, E-Bass, präpariertes Klavier und Sampler, Drum Set und Elektronik, 2018 D: 15‘

Lorenzo Troiani
La voce delle conchiglie für verstärkte Bassflöte und Elektronik, 2022  

Raquel García-Tomás
Estudio Sonomecánico no. 1 – Tiempo Suspendido für Ensemble, Elektronik und video, 2018

Ondřej Adámek
Chamber Noise für Cello und Kontrabass, 2010

Katharina Rosenberger
blur für Flöte, Klarinette, Schlagwerk, Klavier, Violine und Cello, 2019

Raquel García-Tomás
Ausschnitt aus logolepsy / lethologica für Elektronik, 2016 

Clara Iannotta
Outer Space
für Baritonsax, Percussion, E-Gitarre, einen Objektperformer, Film and Elektronik, 2018
Film von Peter Tscherkassky

Sarah Nemtsov
Schwelle für E-Gitarre  und Cello, 2019/20

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301.6 / 301.8

eine Produktion von PHACE

in Kooperation mit der
Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM)

 & in Kooperation mit REAKTOR

 

3.3.2023 // 19:30
REAKTOR, Geblergasse 40, 1170 Wien

PHACE
Doris Nicoletti, flute
Reinhold Brunner, clarinet
Michael Krenn, saxophone
Mathilde Hoursiangou, piano
Berndt Thurner, percussion
Ivana Pristasova Zaugg, violin
Petra Ackermann, viola
Roland Schueler, cello
Alexandra Dienz, double bass

TICKETS
WWW.REAKTOR.ART

Programm

Elisabeth Harnik
someone will remember us für kleines Ensemble, 2020
(Titel nach Sappho)
ein Auftragswerk von PHACE, mit Unterstützung durch das Wiener Konzerthaus und gefördert durch den SKE-Fonds

Dylan Lardelli
Leaving in Focus für Flöte, Viola, Kontrabass und Klavier/Keyboard, 2018/19

Martin Jaggi
Strata für Sopransaxophon, Viola, Schlagzeug und Klavier, 2010/11

P A U S E

Lorenzo Troiani
La vita delle conchiglie für 2 Performer und Ensemble, 2020
ein Auftragswerk von PHACE, mit Unterstützung durch das Wiener Konzerthaus und gefördert durch den SKE-Fonds

Monika Szpyrka
301.6 / 301.8 für Bassflöte und Bassklarinette, 2016

Januibe Tejera
Hors Cadre für Saxophon, Violine, Cello und Klavier, 2013/2022

 

Irgendwo dazwischen, zwischen den temperierten Tönen, den regelmäßigen Rhythmen, zwischen den Dezimalstellen eröffnet sich ein Bild von ungeahnter Vielfalt. Was sich nahe steht, das reibt sich gerne; tritt in Wechselwirkung und lässt aus der minimalen Differenz eine wundersame Anziehungskraft entstehen. Elisabeth Harnik begibt sich in someone will remember us auf die Spuren der antiken Dichterin Sappho, überträgt sehr behutsam jahrtausendealte Fragmente und dennoch noch nicht ganz verblasste Verse in ihre Musik und baut daraus eine Brücke ins Jetzt. Deutlich kräftiger geraten sich die Instrumente bei Leaving in Focus von Dylan Lardelli in die Quere, bis an jenen Punkt, wo die Wahrnehmung nicht mehr zwangsläufig die Realität wiederspiegelt. Schicht für Schicht legt Martin Jaggi in Strata mit archäologischem Feingefühl Klangmaterial frei, arbeitet sich in die Tiefe der Musikgeschichte vor und zeichnet mit den gefundenen Bruchstücken vom bisherigen Ende her eine Entwicklung nach. Wie ein Hauch, ein Flüstern erklingt 301.6/301.8 von Monika Szpyrka, richtet den Fokus auf feine Unterschiede in der Betonung. Lorenzo Troiani begibt sich in die Innenwelt, spielt bei La Vita delle Conchiglie mit den zurückkehrenden Resonanzen und Feedbacks im Korpus von Instrumenten, erzeugt eine versteckte und geheimnisvolle Klangwelt, wie im Inneren einer Muschelschale. Januibe Tejera verlässt dagegen den Rahmen und betrachtet in einer neuen Fassung Hors Cadre das, was außerhalb zu liegen scheint.

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